Für die Schülerinnen und Schüler der vierten Klassen ist es der zweitletzte Schultag ihrer Grundschulzeit.

Nicht nur aus diesem Grund ist es ein ganz besonderer Donnerstag, denn nach der großen Pause wartet schon Simon im Klassenraum. Er ist Mitarbeiter bei Care for Kids, einem Förderverein, der sich für die Bildung und Gesundheit von Kindern auf der ganzen Welt einsetzt. Heute ist er hier, um die Schulranzen mitzunehmen, die die Viertklässler nicht an die weiterführende Schule mitnehmen, sondern spenden wollen.

Gespannt hängen die Kinder an den Lippen des Herrn, als er erklärt, dass Kinder in anderen Ländern teilweise keine Schultoiletten besitzen – geschweige denn fließendes Wasser haben. Er beschreibt auch, wie die Reise ihrer eigenen Schulranzen vonstatten gehen soll – erst mit dem Auto, dann weiter mit dem Schiff, einem Laster und schließlich mit einem Eselgespann.

Und dann klingelt plötzlich Simons Telefon. Ein kurzer Blick darauf verrät ihm, dass es Emmanuel ist. Er lebt an dem Ort in Afrika, an den die Schulranzen der Neckarschule gebracht werden sollen. Schnell verbindet er das Smartphone mit dem Beamer und schon blickt uns das freundliche Gesicht von Emmanuel entgegen. Im Hintergrund sind die Schulgebäude zu erkennen. Auf Englisch begrüßt er die Kinder und dankt für die Spende. Alle Kinder winken begeistert zurück und wiederholen die lokalen Begrüßungsworte, die Simon uns vorspricht.

Schließlich begeben wir uns mit den Schulranzen zum Auto des Helfers von Care for Kids. Bald ist es bis zur Decke gefüllt. Die Schulranzen begeben sich nun auf eine große Reise, die sechs Monate dauern wird. Aber dann, pünktlich zum dortigen Schuljahresbeginn, werden die Ranzen bei ihren neuen Besitzern sein. In einer Schulversammlung werden Namen aufgerufen werden und Kinder werden mit strahlenden Augen vortreten, das Geschenk entgegennehmen und viele Jahre freudig damit zur Schule wandern – dank der Spenden der Kinder der Neckarschule.

Maria Stegmaier, Lehrerin an der Neckarschule

Aldingen, 25.07.2019